Keine Angst vorm Scheitern wie mit Niederlagen umgehen

#9 Folge – Scheitern – Keine Angst vorm Scheitern und wie mit Niederlagen umgehen

Hallo & mal wieder herzlich willkommen – heute haben wir ein Thema auf der Agenda, das lange Zeit völlig verpönt war und seit einiger Zeit ist mein Eindruck, dass darüber geredet werden darf.

Nämlich …. das Scheitern.

Jetzt könnte man natürlich sagen: ist doch klar, scheitern, eine Niederlage erleben, versagen – das will doch keiner. Viele glauben, dass die Angst zu scheitern uns daran hindert, über uns hinauszuwachsen und unser mögliches Potential zu entdecken und Risiken einzugehen. Andere wiederum behaupten, unsere größte Angst hätten wir nicht vor dem Scheitern, sondern vor unserer wahren Größe.

Wer weiß das schon so genau.

Ich vermute mal, die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen.

Interessant war für mich diese Woche, ich eh schon geplant diesen podcast diesem Thema zu widmen und justamente gestern im Coaching ist mir eine Führungskraft begegnet, die mir sagte: „ich frage mich ja auch , ob ich jetzt gescheitert bin.. „

Vielleicht kennst auch du dieses Gefühl und diese Situationen, in denen du glaubst versagt zu haben.

Ich kenn das sehr wohl auch und aus den unterschiedlichsten Situationen.

Das Gefühl des Scheiterns kann uns lähmen, wir können aber auch daraus lernen, aufstehen und weitermachen. Vorher natürlich noch die Krone richten.

Häufig zitiert wird bei dem Thema Scheitern Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne. Als er auf seine 1000 vergeblichen Versuche, dh. die vielen gescheiterten Experimente im Vorfeld angesprochen wurde, sagte er:

 

“Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.“
 

Dieses Zitat sagt bereits alles aus, was wir über das Scheitern wissen müssen.

Es ist hilfreich, diesen Begriff des Scheiterns und die Assoziationen, die damit verbunden sind, ein wenig zu entmystifizieren. Denn wer mit der Angst vor Versagen, vor dem Scheitern unterwegs ist, verliert seine Leichtigkeit und ein wenig Leichtigkeit brauchen wir alle – insbesondere und umso mehr in diesen Zeiten.

Was bedeutet denn Scheitern?

Letztendlich heißt es ja nichts anderes, als dass wir uns etwas vorgenommen haben oder bereits dabei sind etwas zu tun, und es uns nicht gelingt. Mit anderen Worten: wir schaffen es nicht das uns gesteckte Ziel zu erreichen. Vielleicht wagen wir einen Versuch und geben bereits nach einem Mal auf, vielleicht unternehmen wir aber auch mehrere Anläufe und entscheiden dann irgendwann, dass „es“ wohl nicht funktioniert.

Dabei kann es sich um kleine Dinge handeln wie beispielsweise eine Sprache erlernen wollen und festzustellen, dass es nicht gelingt.

Mir ist genau das in diesem Jahr passiert. Kann ich jetzt natürlich gut auf Corona schieben.

Ich hatte im letzten Jahr mit chinesisch Einzelunterricht begonnen auch mit der Motivation und dem Ausblick auf weitere Arbeitseinsätze in China. Ich hatte bereits in den ersten Stunden festgestellt, dass ich es mir leichter vorgestellt hatte. Zumal ich immer schon Sprachen geliebt habe und es mir einfach fiel Sprachen zu erlernen.

Diesmal war es anders.

Das Erlernen der Aussprache und gleichzeitig der Schriftsprache hat mich vor eine richtige Herausforderung gestellt und ich merkte gleichzeitig, dass ich keine Freude daran hatte, da es mir einfach schwerfiel alles zu kombinieren. Hinzu kommt, dass ich mit mir selbst nicht die größte Geduld habe, was dafür nicht besonders hilfreich ist.

Jetzt kann ich natürlich viele verschiedene Gründe nennen, die bestimmt auch legitim sind, warum ich mit dem chinesisch Lernen nicht wirklich weitergekommen bin.

Wie z.B.:
– zu stark beschäftigt privat und beruflich und daher keine Zeit
– mit Beginn von Corona wenig Motivation, da kein Ausblick auf China Einsatz

-aufgrund starker Auslastung fand der Unterricht nur alle paar Wochen statt…
– …
Aber unter dem Strich muss ich zugeben, dass es ja in meiner Verantwortung liegt, ob ich da dranbleibe oder nicht. Unabhängig von äusseren Bedingungen.

Stand heute ist: ich hab das Thema noch nicht ganz ad acta gelegt und warte auf meinen Motivationsschub, den ich mir mit dem nächsten China Auftrag erhoffe. Das ist sozusagen mein letzter Versuch. Daher hält sich im Moment noch mein Misserfolgserlebnis in Grenzen. Sollte ich das Thema jedoch als misslungene Erfahrung abhaken, dann wird damit sicher auch ein negatives Gefühl einhergehen.

Ich denke ich werd das wohl überleben.

Aber wer weiß – vielleicht geschehen noch Wunder …. und es fällt mir doch ganz leicht.

Jetzt handelt es sich bei diesem Thema ja nicht um ein extrem wichtiges Thema für mich.

Es ist davon auszugehen, dass – Je höher die Wichtigkeit umso heftiger wird die Reaktion beim Scheitern sein. Dies ist wohl auch normal und ziemlich unvermeidlich.

Wenn wir jetzt über ein zentraleres Thema nachdenken wie beispielsweise, dass jemand eine berufliche Karriere anstrebt und dafür gerade seinen Arbeitgeber gekündigt hat, um dann – leider coronabedingt – festzustellen, dass der Arbeitgeber ihn nicht platzieren kann.

Ich habe auch mit Menschen gesprochen, die in dieser Situation waren und sind.

Dies ist dann de facto ein Schock – und zu Recht und völlig nachvollziehbar. Wenn die bisherige Lebensgrundlage dh. ein Arbeitsverhältnis aufgekündigt wurde und nun das neue Arbeitsverhältnis sich sprichwörtlich in Luft auflöst.

Das tut weh und damit gehen auch Existenzängste einher.

Die Frage, die sich dann nur stellt ist: wie lange hadern wir dann mit uns bzw. wie lange hängen wir in einer negativen Gefühlsschleife und haben Probleme damit uns selbst zu verzeihen. Sich selbst zu verzeihen, dass man den falschen Weg gewählt hat, zuviel oder zu wenig Energie, Zeit oder Geld in etwas investiert hat.

Sich selbst zu verzeihen mag häufig das Schwierigste in diesen Situationen zu sein. Und gerade deshalb umso wichtiger.

Hier kommt übrigens wieder die Kompetenz der Selbstwirksamkeit ins Spiel, vielleicht erinnerst du dich. Wir hatten in einem der ersten podcasts besprochen, wie wichtig die Überzeugung der Selbstwirksamkeit für uns ist.

Wenn wir also hier in einer solchen Situation es auch noch schaffen, daraus weiter Kraft zu ziehen und damit umso mehr unsere Selbstwirksamkeit zu stärken: dann ist dies eine wunderbare Ressource – und stärkt uns. Als kleine Erinnerung an dieser Stelle: Selbstwirksamkeit bedeutet, dass ein Mensch daran glaubt, dass er mit seinen eigenen Kräften und Kompetenzen ein Ziel erreicht.

Kommen wir zurück zum Thema Scheitern:
Es gibt die einen, die die Situation anklagen und sich eher auf die negativen Konsequenzen konzentrieren – und de facto leiden. Und auch erstmal nicht aus dieser Leidenskurve rauskommen sondern darin eine Weile verharren. Die Frage ist dann nur : wie lange.

Und es gibt die anderen, die dieses Scheitern nicht persönlich nehmen, die nicht daran verzagen, sondern sehr schnell dazu in der Lage sind, dies einfach sprichwörtlich als „dumm gelaufene Erfahrung“ abzuhaken und daraus am besten noch ihre Learnings zu ziehen.

Ich will nochmal betonen dass es dabei nicht darum geht sich etwas schön zu reden. Es ist immer wichtig sich seinen eigenen Anteil an Verantwortung am Geschehen und am Resultat vor Augen zu halten. Das steht völlig außer Frage.

Der Konstruktivismus und die Psychologie haben uns gelehrt, dass über unser Wohl und Weh immer die Bedeutung entscheidet, die wir Ereignissen in unserem Leben geben.

Mit anderen Worten: WIR sind diejenigen, die die Entscheidung treffen, sind wir gescheitert oder war es einfach ein weiterer Versuch auf unserem Weg.

Wir sind diejenigen, die hier das Zepter in der Hand haben für unser Denken und unser Gefühl.

Es ist nicht die Situation, das Ereignis selbst. Sondern es ist die Bedeutung, die wir einer Situation geben. Das heisst, wir können die Bedeutung in die eine Richtung oder auch in eine andere geben.

Und ja, es klingt erstmal einfach und wir wissen alle, dass es nicht immer so einfach ist. Und dennoch. Mach dir bewusst, es ist eine Entscheidung die du triffst über die Bewertung einer Situation.

Gerne möchte ich hier mal aus dem Nähkästchen plaudern und ein Beispiel nennen, das ich grade selbst erlebt habe.

Ich bekam vor zwei Monaten eine Anfrage für einen Kunden ein Projekt durchzuführen, wobei die Parameter noch nicht klar waren. Da ich aber für diesen Kunden schon einiges gemacht hatte in der Vergangenheit, hab ich ohne Bedenken zugesagt.

Als dann die ersten Vorabstimmungen begannen wurde immer klarer, dass wesentlich mehr an Vorarbeit und an Abstimmungen notwendig sind – die jedoch vertraglich nicht Bestandteil waren. Und es war klar, dass ein Nachverhandeln nicht gerade erwünscht ist.

Hinzu kamen immer wieder Änderungen aber auch immer mehr Köche die an diesem Brei, dh in diesem Projekt mitmischen wollten.

Interessanterweise hatte ich schon zu Beginn kein gutes Gefühl.

Schlußendlich wurde mir im Laufe der Wochen klar, dass ich hier mit meiner Energie draufzahle und für meine Motivation war das auch nicht gut.

Daher: hab ich den Auftrag storniert und zurückgegeben.
Ich könnte auch sagen: ich hab das Handtuch geworfen, wobei ich diese Sprachform nie wirklich verstanden habe.

Und ja, ich hab mit mir gehadert, da dies nicht mein Stil ist.

Und bin auch mit mir ins Gericht gegangen und hab mich gefragt, ob ich jetzt daran gescheitert bin.

Denn letztendlich: ich hab die Sache nicht durchgezogen.

Aber: ich hab gesehen, dass Aufwand und Resultat nicht stimmen.

Daher: ja, ich hab einen Tag gehadert. Danach war das Thema für mich durch.

Zum Glück passiert das nicht alle Tage und war einfach mal wieder ein Beweis dafür, wie wichtig es ist, zu Beginn alle Parameter zu kennen. Klarheit ist die Devise.

Auch in VUCA Zeiten.

Davon bin ich überzeugt.

Klarheit gehört zu meinen Leitplanken.

Diese Erfahrung jetzt war eine Bestätigung. Nicht mehr und nicht weniger.

Das ist die gute Botschaft, um mit dem Thema Scheitern anders umzugehen.

Wenn ich erstmal verstanden habe, dass es meine eigene Bewertung ist, die zu meinem Gefühl des Mißerfolgs führt, dann kann ich diese auch anders handhaben.

Ja, zugegebenermaßen – das fällt nicht immer leicht.

Und ja, ich kenne auch Situationen des Scheiterns, in denen ich nicht gleich wieder kerzengerade aufgestanden bin um voller Inbrunst zu sagen, so, was sind jetzt die learnings hieraus. ..

Und ja, es braucht eventuell für den ein oder anderen ein wenig Übung, Dinge anders zu bewerten, daher nicht gleich aufgeben, sondern üben. Es einfach tun. Und wenn es dir schwerfallen sollte, dann nimm dir einen Sparringspartner, bitte jemanden, der lösungsorientiert ist. Oder arbeite mit einem Coach.

Neben der unterschiedlichen Handhabung des Themas Ereignis – Bewertung – Gefühl, das übrigens dem Modell des amerikanischen Verhaltenspsychologen Albert Ellis zugrundeliegt, gibt es noch die Möglichkeit den eigenen Blick auf die vielen Menschen zu richten, die mehr als einmal mit wichtigen Vorhaben gescheitert sind, aber immer wieder aufgestanden sind bis sie es irgendwann dahin geschafft haben, wo sie hinwollten. Wahre Rollenvorbilder.

Vielleicht wollen wir nicht grade 1000 Versuche starten wie Thomas Edison mit seiner Glühbirne, aber wir können wunderbar unsere Kraft und Energie auch erhalten indem wir uns mit Menschen beschäftigen, die erfolgreich sind – und (was viele nicht wissen) häufig auf dem Weg dahin erstmal gescheitert sind.

Es gibt viele wunderbare Zitate von bekannten Menschen zum Thema Scheitern.

Eines das mir besonders in Erinnerung ist lautet „Erfolg besteht darin, trotz der Fehlschläge weiterzumachen, ohne die Begeisterung dabei zu verlieren.“

Menschen, die immer wieder hinfallen, die aber auch immer wieder aufstehen und ihren Mut und ihre Begeisterung nicht verlieren und insbesondere nicht ihren Glauben daran, dass sie ES noch schaffen werden, das umzusetzen, was ihnen am Herzen liegt.

Der Verlierer scheitert und bliebt liegen. Der Gewinner scheitert solange bis er es schafft.

Gerne will ich im nächsten podcast das Thema Scheitern nochmal aufgreifen und dir einige konkrete Beispiele nennen von Menschen, die viele Male erst scheitern mussten, bis sie für sich ihr gestecktes Ziel erreicht hatten.

Das macht Mut und Mut ist das was ich gerne mit auf den Weg geben mag.

Sei mutig und geh deinen Weg.

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