Statuswippe in der Kommunikation

Mit der Art und Weise wie wir uns „Raum nehmen“ , verbal und nonverbal, signalisieren wir unterbewusst auch unseren (gefühlten) Status, der unabhängig ist von unserem tatsächlichen sozialen Status. Damit beeinflussen wir maßgeblich die Kommunikation mit unserem Gegenüber.

Keith Johnstone, einer der Begründer des modernen Improvisationstheaters, entwickelte in der Arbeit mit Schauspielern Mitte der 60er Jahre das Statusprinzip. Angeregt durch die Thesen des Verhaltensbiologen Desmond Morris, stellte er fest, dass Schauspieler, wenn sie wissen, welchen Hoch- oder Tiefstatus ihre Charaktere in der jeweiligen Situation haben, „echter“ und lebendiger“ ihre Rollen verkörpern. Aus den beiden Elementen des Hoch- und Tiefstatus entwickelte Johnstone die Statuswippe.

Merkmale der Statuswippe:

  • Es gibt zwei Statuspositionen: Hoch- und Tiefstatus
  • Hoch- und Tiefstatus wird durch nonverbale Aspekte vermittelt
  • Es gibt immer ein bestimmendes Signal, welches den Hoch- bzw. Tiefstatus im jetzigen Moment der Kommunikation bestimmt.
  • Status ist flexibel. Er wird in der Kommunikation ständig neu manifestiert und befindet sich in einer wechselseitigen Beziehung.
  • Jeder Mensch hat eine bevorzugte kontextbezogene Statuspräferenz
  • In der Kommunikation zwischen zwei oder mehr Menschen ist das Statusprinzip immer vorhanden.
  • Das Statusprinzip funktioniert unabhängig vom sozialen Status
  • In der Regel wird Status in der Kommunikation unbewusst angewandt.
  • Nur wer Hoch- und Tiefstatus gleichermaßen annehmen kann und in der Kommunikation einsetzen kann, führt zu Akzeptanz beim Gegenüber. Nur dann, wenn wir die Statuswippe Hoch/Tief „schaukeln“ können, sind wir dazu in der Lage gesunde Beziehungen und entsprechend konstruktive Gespräche zu führen.
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