Fuehren-anstatt-Herumlavieren

Führen anstatt Herumlavieren. Es wird Zeit Führungsverantwortung zu übernehmen.

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    Wie geht es Ihnen, wenn jemand immer Ausreden hat aber nie Verantwortung für sein Handeln übernimmt?

    Und wie fühlt es sich stattdessen an, mit Menschen zu arbeiten, die sagen: „Ja, ich kümmere mich drum“ … und es dann auch tut?

    Ich habe eine Vermutung, wie die meisten von Ihnen darauf antworten würden.

    Menschen, die keine Verantwortung übernehmen, kosten uns Zeit, nicht selten eine Menge Nerven und eine Menge Energie.

    Menschen, die Verantwortung übernehmen, schaffen dagegen Vertrauen,
    sie geben Orientierung, sie schaffen für alle Beteiligten Erleichterung und wir wissen worauf wir uns verlassen können. 

    Genau daran sehen wir, ob Führung nur auf dem Papier existiert oder tatsächlich stattfindet.

    In Deutschland gibt es viele, die zwar einen Führungstitel haben, aber ihre Führungsrolle nicht einnehmen bzw. dieser nicht gerecht werden.

    Wenn herumlavieren und zurückrudern eine olympische Disziplin wären,

    dann hätten so einige Führungsfiguren in Deutschland und damit meine ich explizit die politischen Führungskräfte, sicher bereits einen Gold Titel erhalten.
    Allerdings ist Herumlavieren und Zurückrudern keine olympische Disziplin. Vielleicht sollte ihnen das jemand mal bei Gelegenheit zuflüstern.

    Aber bleiben wir doch besser allgemein beim Thema Führung. Wir müssen nicht nur in Richtung politische Ebene schauen. Denn an Verantwortungsübernahme ist leider auch in Unternehmen ein Mangel.

    Wozu braucht es Führungstitel-Träger, die nur Geld kosten, wenn Führung nicht stattfindet. Wenn nur herumlaviert wird und keine Entscheidungen getroffen werden bzw. diese immer wieder weggeschoben werden.

    Dann kann man sehr gut auf diese verzichten. Leider findet jedoch auch hierzu keine notwendige Entscheidung statt, denn dazu bräuchte es eine Portion Mut um unnötige Kostenfaktoren wie führungsschwache Führungskräfte aus ihrem Amt zu heben.

    Wer eine Führungsrolle übernimmt, sollte idealerweise gleichzeitig das Commitment zur Verantwortungsübernahme mitbringen. Dies beinhaltet immer auch eine ordentliche Portion Mut.
    Denn Führung ist kein Kuschelkurs, es gibt Entscheidungen, die zu treffen sind, die nicht jedem gefallen werden.

    Seit mehr als zwanzig Jahren sehe ich, dass Führungskräfte häufig nicht ihre Führungsrolle ausfüllen.

    Aus unterschiedlichen Gründen.

    Meist aus Angst.
    Angst etwas falsch zu machen, aus Angst anzuecken, aus Harmoniebedürfnis, aus Unsicherheit oder auch weil sie kein Führungswissen haben und dann orientierungslos sind.
    Dahinter steckt dann die Hoffnung:
    „Wenn ich nichts klar festlege und keine Entscheidungen treffe, dann mache ich wenigstens nichts falsch.“
    Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Wer nicht entscheiden kann und am liebsten garnicht entscheidet, verursacht genau dadurch Unklarheit und Frust. Und kein Wunder, dieses Verhalten färbt dann meist noch ab auf das Team. Wer will schon irgendein Risiko eingehen, wenn der Chef schon nichts riskiert.
    Menschen, die für alles eine Ausrede haben, aber nie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Führungskräfte wie Mitarbeiter.
    Davon gibt es leider eine ganze Menge.

    Bestimmt haben Sie aber auch bereits das Glück gehabt mit Menschen zu arbeiten, die sagen „Ich kümmere mich darum“ und das dann auch konsequent tun.

    Führung heißt eben auch Verbindlichkeit zu schaffen.
    Nicht nur ab und zu, wenn die Stimmung grade danach ist.
    Sondern als Standard und diesen Standard auch im Team zu etablieren.
    Verbindlichkeit statt Ausreden. Das muss die Devise sein. ​
    Auch das ist Führung. Nämlich Verbindlichkeit und Verantwortungsübernahme vorleben und im Team auch fordern, fördern und implementieren.

    Ein Beispiel aus dem Executive Sparring:
    Ein Bereichsleiter sagte mir: „Ich weiß nicht, wie ich meine Leute dazu bringen kann, Vereinbarungen einzuhalten und verbindlich zu sein.“ Auf die Frage, wie er denn führt, kam als Antwort: „Ich frage, wie es läuft, und lasse sonst alle Freiheit.“
    Das mag zwar nett gemeint sein, für manche wirkt das „modern“ oder sogar partnerschaftlich. Allerdings ist das keine Führung.
    Sondern eine Führungslücke, keine Freiheit. Selbstverantwortung entsteht nicht durch Laissez-faire, sondern durch Klarheit, durch klare Erwartungen, klare Spielregeln und Verbindlichkeit in der Beziehung.​

    Was braucht es anstatt dieser Führungslücke?
    Regelmäßige 1:1s. Gespräche mit den Mitarbeitern, die nicht nach Schema F ablaufen, sondern mit Interesse an den Personen.
    Klare Erwartungen formulieren.
    Fragen stellen, die aus der Komfortzone holen und Entwicklung einfordern. Und final gemeinsam definierte und festgehaltene Vereinbarungen.
    Und damit ein Commitment auf beiden Seiten.
    Inklusive Nachhalten und spürbaren Konsequenzen, wenn Vereinbarungen nicht eingehalten werden.​ That´s it.
    Auch hier bei diesen Themen erlebe ich manchmal bei den harmonieorientierten Führungskräften, dass sie sich damit schwer tun. Dann darf man sich auch nicht wundern dass nichts läuft.
    Entweder sie lernen es oder sie müssen für sich konstatieren, dass die Führungsrolle für sie falsch ist.

    Harmonie klingt ja erstmal für viele sympathisch. Und wird heutzutage, da so viele nur noch über Gefühle reden können, hochstilisiert.

    In vielen Teams ist Harmonie aber zur Tarnung für Konfliktvermeidung geworden. Ich habe so manche Organisation erlebt, bei der alles unter den Teppich gekehrt wird und nur hintenrum die Dinge laufen. Damit wird mehr Politik gemacht als jedem lieb ist. Aber bloß nicht direkte Konfrontation mit kritischen Themen und direktem Feedback.
    Wenn kritische Themen nicht angesprochen werden, verschwinden Probleme nicht, sie werden unter dem Teppich immer größer, bis sie explodieren oder in Passivität kippen. Wer es allen recht machen will, führt am Ende nichts und niemanden, sondern degeneriert sich selbst zu einem reinen Verwalter bzw. verschlimmert alles.

    Typische Muster harmoniesüchtiger Führung:
    Kritik wird geschluckt, Feedback vertagt, Spannungen werden ignoriert oder „wegmoderiert“ anstatt geklärt.
    Unter der Oberfläche gärt es, es gibt Lagerbildung, der Flurfunk lebt auf und insgesamt führt es zu einem passiv-aggressiven Verhalten.

    Entwicklung findet so nicht statt. Denn die Angst vor Disharmonie ist größer als der Wunsch nach Klarheit.
    Während an einem Ende der Skala die Harmoniesucht jegliche Entwicklung sprichwörtlich killt, stehen am anderen Ende der Skala die Dauer Provokateure, die jedes Meeting „aufmischen“.
    Auch das ist keine wirksame Führung, sondern Dauer-Unruhe.
    Hilfreich ist weder das eine noch das andere Extrem.​

    Führung ist dann wirksam und effizient, wo klares direktes Ansprechen von Themen kombiniert wird mit Respekt.
    Dazu braucht es eine gesunde Dosis kritisches Denken,
    ein direktes Ansprechen von kritischen Themen,
    kombiniert mit Wertschätzung und Interesse am Gegenüber.

    Ohne Klarheit gibt es keine Weiterentwicklung,
    keine Veränderung und keine verlässliche Zusammenarbeit.

    Wirksame Führung beginnt immer bei der Führungskraft selbst:
    Wer sich nicht selbst führt, kann auch andere nicht führen.

    Es braucht Mut, Erwartungen klar auszusprechen, nachzufassen und Konsequenzen zu benennen, auch auf die Gefahr hin, anzuecken.
    Solange Führungskräfte mehr Angst vor Spannungen haben als vor Unklarheit, bleibt Selbstverantwortung auf der Strecke.

    Daher mein Appell:
    Führung ist kein Kuschelkurs, hier geht´s nicht um Wohlfühlen und um Wegducken sowieso nicht.

    Führung ist eine Entscheidung für Verantwortungsübernahme!
    Übernehmen Sie die Verantwortung, die man Ihnen anvertraut.
    Und zwar sichtbar, spürbar, nicht ab und zu wenn vielleicht die Stimmung danach ist, sondern jeden Tag.

    Dafür müssen Sie als neue Führungskraft zunächst mögliche innere Konflikte mit sich geklärt haben um Ihre Rolle annehmen zu können und Verantwortung vorzuleben.

    Und das gelingt am besten vor der Übernahme einer Führungsrolle anhand einer beruflichen Standortanalyse im Sparring mit mir. Bzw wenn jemand bereits eine Führungsrolle gestartet hat im Leadership Onboarding.

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