Was „Positive Leadership“ bewirken kann

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    Wie Sie als Führungskraft Selbstwirksamkeit und Motivation bei Ihren Mitarbeitern steigern können

    Jedes Lebewesen auf der Welt hat eine Tendenz, sich dem Licht zuzuwenden. Stellen Sie einmal eine Pflanze ans Fenster. Sie wird ihre Blätter und neuen Sprosse gegen das Licht ausrichten und sich nach außen orientieren. Menschen tun dasselbe. Sie wenden sich dem Licht zu, der positiven Energie.

    Vielleicht haben Sie beim Lesen meiner ersten Sätze gedacht: Welch esoterische Theorie kommt denn jetzt daher? Positive Leadership ist jedoch eine wissenschaftsbasierte Theorie.

    Fragen Sie sich selbst einmal: Bei welchen Führungspersonen in Ihrem Leben hatten Sie den Eindruck, innerlich (und äußerlich) zu wachsen und spürten die Motivation, Dinge zu bewegen und Ihren Aktionsradius zu nutzen?

    Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, den Blick für das Positive nicht zu verlieren. Damit ist nicht gemeint, etwas „schönzureden“. Vielmehr geht es darum, zu lernen, was wir explizit aus dem Bereich der Positiven Psychologie auf den Unternehmenskontext übertragen können. Wozu? Um ganz grundsätzlich eine Leadership- und Unternehmenskultur zu schaffen, in der Menschen sinnerfüllt, glücklich und effizient arbeiten.

    Geht das denn überhaupt: eine positive Unternehmenskultur mit solchen Prinzipien zu schaffen?

    Ja, das funktioniert. Und es ist nicht so schwer, wenn Sie die dafür notwendige Haltung mitbringen. Die Positive Psychologie hat uns mit Positive Leadership wunderbare Anregungen geliefert, wie Führungskräfte und natürlich auch alle anderen ihren Beitrag zu einer menschlichen, ressourcenorientierten Unternehmenskultur leisten können.


    Positive Psychologie: Nicht mehr im Hamsterrad funktionieren, sondern sinnerfüllt leben und arbeiten

    Der Anteil an demotivierten Mitarbeitern in Unternehmen ist sehr hoch. Mehr dazu können Sie gerne auch in meinem Blogartikel zum Thema Mitarbeitermotivation lesen.

    Weit verbreitet – nicht nur in Unternehmen, sondern in der Gesellschaft – ist der Blick auf das, was noch nicht gut genug funktioniert. Dies scheint, wie wir auch aus der Kulturforschung wissen, ein sehr klassisches Denk- und Verhaltensmuster insbesondere im deutschsprachigen Kulturraum zu sein. Die gängige Vorannahme: Nur wenn man sich immer wieder auf das Auffinden von Fehlern und Defiziten konzentriert, sind Perfektion und Effizienz erreichbar.

    Die Positive Psychologie folgt einem anderen Credo. Vor einigen Jahren wurde dieser Forschungszweig in der Wirtschaft noch sehr belächelt. Mittlerweile gibt es jedoch längst Unternehmen, die das Konzept Positive Psychologie in ihrem Unternehmen einsetzen. Kein Wunder, denn Untersuchungen haben gezeigt, welch enormen Effekt Positive Leadership auf die Mitarbeiterzufriedenheit UND auf die Effizienz hat.

    Jetzt werden Sie vielleicht verwundert sein: Denn ja, wir sprechen hier nicht einfach „nur“ vom „Wohlbefinden“ der Mitarbeiter, sondern auch die Effizienz wird durch Positive Leadership nachweislich gesteigert.

    Im Forschungszweig der Positiven Psychologie geht es weniger darum, zu analysieren, weshalb Menschen in die innere Kündigung gehen oder gar krank werden. Auch wenn es wichtig ist, diese Aspekte zu kennen. Stattdessen liegt der Fokus auf lösungsorientierten Fragestellungen wie z. B.: „Wie können Menschen sinnerfüllt, glücklich und effizient leben und arbeiten?“.

    Eine sehr schöne Definition der Positiven Psychologie stammt von Snyder & Lopez: „Positive Psychologie ist die Erforschung dessen, was das Leben lebenswert macht.“

    Ein Grundpfeiler von Positive Leadership: Selbstwirksamkeit

    Das Konzept der Positiven Psychologie ist vielschichtig. Ein Thema will ich hier herausgreifen, da es insbesondere einen Beitrag zu hoher Mitarbeitermotivation und -bindung schaffen kann: Selbstwirksamkeit. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das von Albert Bandura entwickelt wurde.

    Selbstwirksamkeit bedeutet, ein Bewusstsein darüber zu haben, was alles in meinem Einflussbereich liegt. Die Wahrnehmung, dass unser Tun zu etwas führt – dazu gehört es auch, Ziele zu haben und diese erreichen zu können –, schafft Glücksgefühle. Und häufig ist diese eigene Einflusszone wesentlich größer ist als gedacht.

    Wer kaum selbst entscheiden darf und kann, wird wenig Eigenverantwortung spüren. Wie Sie sich an dieser Stelle denken können, ist Mikromanagement nicht das beste Mittel, um Selbstwirksamkeit zu erzeugen.

    Ganz grundsätzlich versteht man unter Selbstwirksamkeit die Überzeugung eines Menschen, auch schwierige Situationen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Menschen, die diese Überzeugung nicht haben, verlieren ihre Motivation und auch ihre Lebenslust und Begeisterungsfähigkeit. Die Selbstwirksamkeit zu erhöhen bzw. vor allem das Bewusstsein über den eigenen Einflussbereich zu schaffen und zu stärken, ist daher ein Grundpfeiler von Positive Leadership.

    Die erstaunlichen Ergebnisse von Positive Leadership

    Positive Leadership bedeutet nicht, dass Führungkräfte nur mit einem Lächeln und „sweet interactions“ zu sehen sind. Natürlich müssen kritische Themen und Probleme angesprochen werden und auch negative Botschaften übermittelt werden. Auch das ist die Aufgabe einer Führungskraft. Hier stellt sich dann nur die Frage: WIE wird das getan.

    Das Prinzip des Positive Leadership stellt nicht die defizitorientierte Frage „Was funktioniert (noch) nicht?“. Sondern die Frage lautet: Woran sollte sich Führung orientieren? Geforscht hat in dem Bereich u.a. Prof. Dr. Kim S. Cameron.
    Die klare Antwort seiner Studien auf die genannte Frage lautet: an Stärken und nicht an Defiziten.

    Man sollte meinen, dass Führungskräfte selbstverständlich Kompetenzen ihrer Teammitglieder optimal nutzen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass dies selten der Fall ist und Führung allzu oft defizitorientiert stattfindet. So beklagen Mitarbeiter zum Beispiel häufig, dass sie nur Feedback erhalten, wenn etwas nicht optimal gelaufen ist. Und das einmal pro Jahr stattfindende Mitarbeitergespräch ist für viele die einzige Möglichkeit, über ihre Entwicklungsfelder zu sprechen. Mit anderen Worten: Es wird zu wenig Feedback gegeben und das vorhandene Potenzial wird kaum betrachtet und gefördert.

    Kim Cameron hat nach einer 15-jährigen Studie in den unterschiedlichsten Industriezweigen, Profit- und Non-Profit-Organisationen folgendes Resultat hervorgebracht: Eine Unternehmenskultur mit Positive Leadership zeigt wesentlich höhere Werte in Bezug auf:

    • Profitabilität
    • Produktivität
    • Qualität
    • Innovation
    • Kundenzufriedenheit
    • Mitarbeiterbindung

    Vielleicht ist nun Ihre Neugierde geweckt? Dann freue ich mich, wenn auch Sie dazu beitragen, dass sich die Leadership-Kultur in Ihrem Unternehmen in diese Richtung verändert.

    Was sind Ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema Positive Leadership?

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